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Presse 2002
Für die Fachpresse
EuroSprinter von Siemens bereit für den europaweiten Einsatz: Erste Viersystemlok BR 189 an DB Cargo übergeben
Für den Einsatz in 15 europäischen Ländern ist die Mehrsystemlok der Baureihe BR 189 konzipiert, deren erstes Exemplar heute im Rahmen der Innotrans von Siemens TS an den Kunden DB Cargo übergeben wurde. Die Übergabe-Zeremonie fand statt in Gegenwart von Friedrich Smaxwil, im Siemens TS-Bereichsvorstand u.a. zuständig für Lokomotiven, sowie Technik-Vorstand Dr. Karl-Friedrich Rausch von der DB AG. Ausgerüstet ist der neueste EuroSprinter, der von DB Cargo für den schweren Güterverkehr vorgesehen ist, für jeweils zwei Wechselstrom- und Gleichstrom-Spannungssysteme. Die Lokomotive ist mit den erforderlichen Stromabnehmern für den Betrieb im grenzüberschreitenden Verkehr ausgestattet. Die für den Betrieb im Ausland notwendigen Zugsicherungssysteme können nachgerüstet werden. Die „Europa-Lok“ von Siemens, von der DB Cargo 100 Fahrzeuge bestellt hat, eröffnet damit neue Perspektiven für mehr Flexibilität und Wirtschaftlichkeit im grenzüberschreitenden Schienenverkehr.

Vom hohen Norden Schwedens und Norwegens bis in den Süden Italiens und von der französischen Atlantikküste bis zur polnischen Ostgrenze: Das ist der europaweite Einsatzbereich der BR 189. Das Auftragsvolumen des im August 1999 geschlossenen Liefervertrags, mit dem eine Option im Anschluss an die Beschaffung der Baureihe 152 eingelöst wurde, beträgt ca. 300 Millionen Euro. Die Fertigung des neuen EuroSprinters erfolgt im Siemens Lokomotivenwerk München.

Die Lokomotive kann in Wechselstromsystemen 15 kV 16,7 Hz (Deutschland, Norwegen, Österreich, Schweden und Schweiz), 25 kV 50 Hz (Dänemark, Luxemburg, Nordfrankreich und Ungarn) ebenso verkehren, wie unter 3 kV Gleichstrom (Belgien, Italien, Polen), 1,5 kV Gleichstrom (Niederlande, Südfrankreich) oder auch in Mischsystemen (Slowakische Republik, Tschechische Republik). Die Leistung der mit bis zu vier Stromabnehmern auszurüstenden Lokomotiven in Netzen mit Wechselspannung beträgt 6400 kW, bei Gleichstrombetrieb im 3 kV-Netz 6000 kW und unter 1,5 kV 4200 kW. Die 87 Tonnen wiegende Lok erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h.

Um im Maschinenraum den erforderlichen Platz für die zusätzlichen Gleichspannungskomponenten und Zugsicherungssysteme zu erhalten, wurden AC-Hauptschalter, Systemwahlschalter und Überspannungableiter auf dem Dach montiert. Ferner kommen kompakte IGBT-Stromrichter zum Einsatz. Die umfangreiche Ausstattung wurde so platz- und gewichtsparend untergebracht, dass im Maschinenraum drei Reserveplätze für Zugsicherungssysteme geschaffen werden konnten. Damit sind bis zu drei verschiedene relationsbezogene Ausrüstungsvarianten mit Antennenhaltern für verschiedene Zugsicherungsausrüstungen vorgesehen.

Der europaweite Einsatz der Viersystemlok erforderte auch eine hohe Flexibilität bei der Signallichtausrüstung. Die verschiedenen Lichtstärken und Farben für Signal- und Schlusslicht sind in LED-Technologie ausgeführt, die zahlreiche Vorteile bietet, wie außerordentlich geringe Ausfallwahrscheinlichkeit, verschiedene Lichtstärken durch einfaches Zu- bzw. Abschalten von LED-Gruppen, Integration von weißem, rotem und grünem Signallicht in einer Leuchte sowie geringere Verluste durch Wärmeentwicklung. Die bei der BR 189 realisierte Kombination von LED-Signallicht, Linsenscheinwerfer und Fernlichtscheinwerfer ist von Siemens zum Patent angemeldet.

Drei Vorserienlokomotiven sollen bereits Anfang nächsten Jahres DB Cargo zum Probebetrieb und den anstehenden Zulassungsfahrten im Ausland zur Verfügung stehen. Die im Mai 2003 beginnende Serienlieferung mit durchschnittlich drei Lokomotiven pro Monat soll im Dezember 2005 abgeschlossen sein.

EuroSprinter von Siemens sind seit 1992 im Hochleistungsbereich im Einsatz. Die modular aufgebauten Lokomotiven dieses Typs, zu der in der 2. Generation u.a. die BR 152 und die Rh 1016/1116 (Taurus) der ÖBB gehören, sind für unterschiedlichste Einsatzzwecke ausgelegt. Das Konzept basiert auf einem Pool ausgereifter Komponenten und vorkonfektionierter Baugruppen. Anforderungsgerechte Auslegung verbindet sich mit niedrigen Anschaffungskosten, kurzen Lieferzeiten, hoher Zuverlässigkeit und reduzierten Life-Cycle-Costs. Rund 900 EuroSprinter-Lokomotiven wurden bisher ausgeliefert bzw. bestellt.

Fotohinweis: Bilder der Viersystemlok BR 189 finden Sie im Internet unter
http://www.siemens.de/ts-bilder/034

Rückfragen bitte an:

Siemens AG
Corporate Communications
Presseabteilung
80312 München

Informationsnummer:
TSLM200209.035 d
Pressereferat Transportation Systems
Dr. Joachim Stark
Postfach 3240,
91050 Erlangen
Tel.: +49-9131-7 24129
Fax: -7 24599
E-mail: joachimstark@siemens.com 

 

Der Siemens-Bereich Transportation Systems (TS) zählt zu den international führenden Anbietern der Bahnindustrie. Als Gesamtanbieter und Systemintegrator vereint TS heute in seinen Segmenten Automation & Power, Rolling Stock, Turnkey Systems und Integrated Services sämtliche Kompetenzen von Betriebsführungssystemen über die Bahnstromversorgung bis hin zu Fahrzeugen für den Nah-, Regional- und Fernverkehr sowie umfassende Erfahrungen im Projektmanagement und zukunftsorientierte Servicekonzepte. Im Geschäftsjahr 2001 (30. September) erzielte TS mit weltweit rund 14.800 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,0 Mrd. EUR. Weitere Informationen zu TS im Internet unter www.siemens.com/ts.

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