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Presse 2006
Für die Fachpresse
Neuer Weltrekord:
Siemens-Lokomotive fährt 357 Stundenkilometer

Siemens hat am 2. September 2006 auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ingolstadt und Nürnberg mit 357 Stundenkilometern einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für Lokomotiven aufgestellt. Bei der Lokomotive handelt es sich um eine elektrische Mehrsystemlokomotive des Typs ES64U4. Die bisherige Bestmarke stammte aus dem Jahr 1955 und lag bei 331 Kilometern pro Stunde. Zu den neunzehn Kooperationspartnern für dieses aufwendige Projekt zählten neben der Deutschen Bahn auch die Österreichischen Bundesbahnen.

„Siemens hat mit diesem Rekordversuch die Qualität seiner Lokomotiven aus der Eurosprinter-Familie unter Beweis gestellt. Zugleich haben wir damit ein Zeichen für die Innovationsfähigkeit der Bahnindustrie und die Leistungs­fähigkeit des Gesamtsystems Schiene setzen können“, erklärte Hans M. Schabert, Vorsitzender des Bereichsvorstandes von Siemens Transportation Systems, nach dem erfolgreichen Rekordversuch. „Ohne das Wissen, die Erfahrung und das hervorragende Engagement aller beteiligten Projektpartner und Zulassungsstellen wäre der neue Weltrekord nicht zu schaffen gewesen.“, betonte Schabert weiter.

„Wir können uns keinen besseren und passenderen Ort vorstellen als diesen Hochgeschwindigkeitsschienenstrang quer durch Bayern. Die neue bayerische Bahnachse ist wie geschaffen für einen Weltrekord. Ein moderner Fahrweg und ein modernes Fahrzeug unterstreichen heute eindrucksvoll, dass die Eisenbahn ein technologisch wegweisendes Verkehrsmittel ist“, sagte Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern.

„Im Namen des ÖBB-Konzerns und insbesondere der ÖBB-Traktion GmbH sind wir sehr stolz darauf, 50 Stück der Hochleistungslokomotiven 1216 in unserer Lokflotte zu haben, die wegen ihrer Mehrsystemfähigkeit eine ganz besondere Bedeutung für Österreich hat. Mit diesem Kauf wächst die Taurusflotte auf 382 Stück. Dieser Weltrekord untermauert Kraft, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit dieser Lokomotive und bestätigt zusätzlich die Entscheidung, bei der Erneuerung des ÖBB-Lokparks auf die Taurus gesetzt zu haben. Vorrangig wird die 1216 für die Beförderung des Rail Jet eingesetzt werden, der das Premiumprodukt im Fernverkehr darstellen wird. Die Taurus 1216 wird der Fahnenträger der Taurusfamilie sein“, sagte Herwig Wiltberger, Geschäftsführer ÖBB-Traktion GmbH.

Die im mittelfränkischen Hersbruck ansässige Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr (IGE) war das ausführende Eisenbahn-Verkehrsunternehmen für diese Weltrekordfahrt. „Für uns war es eine Herausforderung, die Leistungsfähigkeit eines mittelständischen Bahnunternehmens unter Beweis zu stellen. Noch nie hat ein privates Eisenbahn-Verkehrsunternehmen einen Geschwindigkeits-Weltrekord auf der Schiene gefahren. Dies ist das Ergebnis einer konstruktiven und unbürokratischen Zusammenarbeit der einzelnen Projektpartner und das Vertrauen in unsere Kompetenz, ein derartiges Projekt zu realisieren“, erklärte Armin Götz, Geschäftsführer der IGE.

Bei der eingesetzten Lokomotive handelt es sich um ein Fahrzeug aus der Serienproduktion für die Österreichischen Bundesbahnen. Lediglich ein Stromabnehmer und zwei Radsätze wurden mit spezieller Messtechnik ausgestattet. Diese Messtechnik lieferte die notwendigen Informationen für die Überwachung der Fahrten. Gesammelt und ausgewertet wurden diese Daten in einem von der Lokomotive gezogenen Messwagen der DB Systemtechnik. In ihm befanden sich die Überwachungsgeräte, die alle wichtigen Daten der Rekordfahrt aufgezeichnet und vor allem die erreichte Geschwindigkeit festgehalten haben.

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Der Siemens-Bereich Transportation Systems (TS) zählt zu den international führenden Anbietern der Bahn­­industrie. Als Gesamtanbieter und Systemintegrator vereint TS heute in seinen Segmenten Auto­mation & Power, Rolling Stock, Turnkey Systems und Integrated Services sämtliche Kompetenzen von Betriebsführungssyste­men über die Bahnstrom­versorgung bis hin zu Fahrzeugen für den Nah-, Regional- und Fernverkehr sowie umfassende Erfahrungen im Projektmanagement und zukunftsorientierte Service­konzepte. Im Geschäftsjahr 2005 (30. September) erzielte TS mit weltweit 18400 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,2 Mrd. EUR. Weitere Informationen zu TS im Internet unter www.siemens.com/transportation
Bernd Edelmann
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