|
Siemens Transportation Systems wird zusammen mit seinem chinesischen Partnerunternehmen Tangshan Locomotive & Rolling Stock Works 60 Hochgeschwindigkeitszüge für China bauen. Der Siemens-Anteil beträgt 669 Millionen Euro. Ein entsprechender Vertrag mit dem chinesischen Eisenbahnministerium wurde heute im Rahmen des Deutschland-Besuchs des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao in Berlin vom Siemens-Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld und dem Eisenbahnminister Liu Zhijun unterzeichnet. „Mit diesem Auftrag erhält China weltweit modernste Technologie für Hochgeschwindigkeitszüge. Damit können wir auch die langfristige, strategische Partnerschaft der deutschen und chinesischen Eisenbahnindustrie weiter ausbauen“, freute sich Kleinfeld anlässlich der Vertragsunterzeichnung.
Die 300 Stundenkilometer schnellen Züge werden zunächst auf der Strecke Peking - Tianjin ab 2008 eingesetzt, weitere Hochgeschwindigkeitsstrecken sind geplant. Die Triebzüge haben eine Gesamtlänge von 200 Meter und bieten Platz für mehr als 600 Fahrgäste.
Die Konstruktions- und Projektierungsarbeiten für den chinesischen Hochgeschwindigkeitszug („CRH 3“) werden an den deutschen Siemens-Standorten in Erlangen und Krefeld-Uerdingen durchgeführt. Die Produktion der ersten drei Züge und wichtiger Komponenten erfolgt ebenfalls in Deutschland. Die übrigen Züge werden bei Tangshan Locomotive & Rolling Stock Works in China gebaut, einem Werk der China Northern Locomotive & Rolling Stock Industry (Group) Corporation (CNR). Teil der vertraglichen Vereinbarungen ist der Technologietransfer und die Unterstützung der Zug-Fertigung. An dem Projekt und am Technologietransfer sind zahlreiche deutsche und europäische Lieferanten für Subsysteme und Komponenten der Hochgeschwindigkeitszüge beteiligt, die ebenfalls mit chinesischen Partnern kooperieren.
Der CRH 3 basiert auf der Siemens-Plattform für Hochgeschwindigkeitszüge „Velaro“, deren Entwicklung mit dem ICE 3 der Deutschen Bahn begann. Vorteil der Velaro-Plattform ist die Triebzugtechnologie. Alle Ausrüstungen sind dabei im Unterflurbereich des Hochgeschwindigkeitszuges untergebracht, so dass die Züge 25 Prozent mehr Sitzplätze bei gleicher Zuglänge bieten, und geringe Infrastruktur-Wartungskosten durch niedrigere Achslasten realisiert werden können.
International stößt die Velaro-Plattform für Hochgeschwindigkeitszüge wegen ihrer Wirtschaftlichkeit und führenden Technologie auf großes Interesse bei zahlreichen Bahnbetreibern. Für die Deutsche Bahn hat Siemens inzwischen 63 ICE 3-Züge gefertigt, die mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h beispielsweise in eineinviertel Stunden die Städte Frankfurt und Köln verbinden und so eine Alternative zum Flugverkehr bieten. Für den grenzüberschreitenden Verkehr mit Frankreich rüstet Siemens derzeit fünf ICE 3 im Auftrag der Deutschen Bahn aus. Für die spanische Eisenbahn baut Siemens auch 26 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs „Velaro E“, der ab 2006 auf der rund 625 Kilometer langen Neubaustrecke Madrid-Barcelona eingesetzt wird.
Der Auftrag ist für Siemens ein weiterer wesentlicher Erfolg für den chinesischen Bahntechnikmarkt. Seit Gründung des Bereichs Siemens Transportation Systems 1993 in China hat Siemens bereits mehrere Aufträge von den Städten Shanghai, Guangzhou, Nanjing und Shenzhen für die Lieferung von Metrowagen, Signal- und Betriebsleittechnik sowie Stromversorgungsanlagen erhalten. Darüber hinaus hat Siemens das weltweit längste Elektrifizierungsprojekt, die 954 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zwischen Harbin und Dalian realisiert. Erst im letzten Jahr erhielt Siemens einen Großauftrag zur Lieferung von 180 Doppellokomotiven vom chinesischen Eisenbahnministerium.
Bildhinweis: Ein Pressebild finden Sie im Internet unter
http://www.siemens.com/ts-bild/tstr20051106
|